Die Gilde der Haendler und Kaufleute


Schon einige Zeit vor der Kroenung von Franz Josef I, im Jahre 12 v.S.K. um genau zu sein, wurde in der Windfeste die Gilde der Haendler und Kaufleute gegruendet. Aufgrund der handelstechnisch einmaligen Lage der alten und neuen Hauptstadt Anoriens erbluehte der Handel bereits lange vor dem Erstarken des Landes. Nun, vielmehr bluehten der Schmuggel und der Handel mit Waren von zweifelhafter Legalitaet. Da in Anorien keine klare Gesetzeslage herrschte, geschweige denn eine durchgesetzt haette werden koennen, konnte jeder uneingeschraenkt auf seinen Vorteil bedacht sein und die lukrativsten Geschaefte taetigt man eben mit verbotenen Guetern, die man dann ja auch weder versteuern, noch verzollen kann.

Ein Mann, zu dieser Zeit im besten Alter, der sich damals ganz besonders bereichern konnte, war Eregul Danthir. Abgesehen von regelmaeszigen Fressgelagen nahm sich Eregul nur fuer eines Zeit: Geld anzuhaeufen. Und dies gelang ihm auszerordentlich gut. Im Alter von dreiszig Sommern war er in der Lage, ein wuchtiges, kastenfoermiges Trutzgebaeude inmitten des besten Viertels der Stadt Windfeste zu errichten, welches er innen und auszen mit Stahl verkleiden liesz. Die Eisenbank. Zeitgleich und direkt daneben entstand aus seinen Mitteln ein Prachtbau, dreistoeckig und sehr stilvoll - wohl auch um den Blick von der tristen Eisenbank zu nehmen - mit zierlichen Erkern und einer angeschlossenen Lagerhalle, die aber vielmehr wie einer der alten Tempel aus der Zeit des Groszen Imperiums aussah. Und da dies Gebaeude stand, gruendete er auch gleich die Gilde, die dort Einzug nehmen durfte.

Seit dieser Zeit ist die Gilde der Haendler und Kaufleute fest in den Haenden folgender Maenner und einer Frau:


Jene, die fuer die Ausbildung angehender Haendler oder Kaufleute zustaendig sind, wechseln stetig, da oben genannte einerseits natuerlich nicht selbst unterrichten und es andererseits schwierig ist, sich in besseren Positionen innerhalb der Gilde zu halten, ohne den Gildenoberen irgendwie in die Quere zu kommen. Geruechteweise soll sich des Oefteren der Assassinengilde bedient worden sein, um sich unbequemer Gildenmitglieder zu entledigen...
Da alle diese Maenner und die eine Frau aus dem Dunstkreis von Eregul Danthir stammen und noch nie jemand von auszen Anspruch auf diese Positionen erhoben hat (zumindest ist das nie bekannt geworden...), nennt man die Gilde der Haendler und Kaufleute auch gern hinter vorgehaltener Hand unter Anlehnung auf die Grundfarbe in Danthirs Familienwappen "Die gruene Mafia". Besonders der finanziell abhaengig gewordene Adel und die stets von der Leibeigenschaft und von Verlust von Land und Hof bedrohte Bauernschaft benutzt diese Titulierung gern.

Allerdings darf man bei aller Kritik, die man ueben darf (aber besser nicht zu laut ueben soll...), nicht auszer Acht lassen, dass diese Gilde maszgeblich zum Wohle des Reiches beigetragen hat. So war es beispielsweise ein Geniestreich, als anorische Waehrung nur die kleinen Kupfer- und Silbermuenzen zu praegen. Zum einen haelt man sich fast ueberall in den Mittellanden daran, gepraegtes Geld zum Kurs von Eins zu Eins zu wechseln und da etliche Laender mit verschwenderisch groszen Muenzen aufwarten, kommt es da bereits zu nicht unbetraechtlichem Gewinn und zum anderen koennen durch das Fehlen der Goldmuenzen (offiziell, weil es Anorien als armen Reich am Golde mangelt...) auch groeszere Betraege beim Import von Waren nur mit den weniger wertvollen Edelmetall bezahlt werden, wohingegen beim Export fremde Goldmuenzen gerne entgegen genommen werden.

Und auch wenn die Lehrmeister oft wechseln, eine fundierte Ausbildung erhaelt man in der Gilde dennoch. Und dieser Ausbildung verdankt zum Beispiel Salzbergen den raschen, wirtschaftlichen Aufschwung durch den Handel mit Salz und Exportbier.


Zurueck