Das legendaere, verlorene Fuerstentum Drachenstein gehoerte urspruenglich zu Anorien, oder wie es zu dieser Zeit hiesz, zu Anoricum. Nach der Zersplitterung des Groszen Imperiums unterteilte der erste Rex Anoricum, ein recht junger Kriegsherr mit dem Namen Antonius Ursa sein junges Reich in sechs Protektorate, wobei Westdraconum - wie es damals genannt wurde - am meisten Augenmerk geschenkt wurde, denn dort war die Heimat der Drachenreiter. Einer Kriegerkaste, welcher durch Huldigung und Verehrung der Oriax von der Goettin selbst erlaubt wurde, mit ihren Geschoepfen, den Drachen des Suedens, Partnerschaften einzugehen.
Die einander versprochenen Menschen und Drachen wuchsen jeweils in der Abgeschiedenheit des Drachensteiner Hochgebirges zusammen auf, um dann ab dem 14ten Lebensjahr des Menschen schlieszlich wieder in die Gesellschaft eingefuehrt zu werden und dort ihre Ausbildung zu einem unbesiegbaren Kampfverband - genannt Heiliges Gespann - abzuschlieszen.
Eine wichtige Rolle spielte dabei die Kaste der Drachendiener. Dies waren durchwegs Orken und neben den Priestern der Oriax die einzigen, die Drache und Mensch waehrend deren Kindheit zu Gesicht bekamen. Sie kuemmerten sich um das Wohlergehen des heiligen Gespannes und jeweils fuenf Drachendiener waren fuer ein Gespann verantwortlich.
So war Anoricum nahezu unantastbar, und der Rex Anoricum ein Herrscher, der sich auf unglaubliche Macht stuetzen konnte, denn ein einzelnes Gespann war dazu in der Lage, ganze Heerscharen aufzubringen und konnte nur mittels maechtiger Magie oder durch ein feindliches Gespann aufgehalten werden. Und feindliche Gespanne waren selten, denn Drachenstein war die Heimat Oriax' Geschoepfe. Die Herrscher Anoricums konnten so nie mit weniger als 21 Gespannen aufwarten.
Und lange Zeit brachte die Blutlinie des Rex Anoricum weise Fuehrer ihres Volkes hervor. Ueber viele Generationen hin war dem Land Frieden beschert, bis die Blutlinie einen paranoiden Irren namens Nerno Ursa hervorbrachte. Jener fuehlte sich durch die Macht der Drachenreiter und der Oriaxpriester bedroht und so veranlasste er mit Hilfe des amtierenden, Drachensteiner Fuersten, welcher ohnehin den Oriaxpriestern ihren Einfluss neidete, die Drachenreiter und die Drachen zu toeten. Soeldlinge, Drachentoeter und Meuchler aus allen Herren Laender wurden um den verrueckten Potentaten geschart und in einer mondlosen Nacht wurde der hinterhaeltige Angriff getan. Die Tempel der Oriax wurden gepluendert und gebrandschatzt, auch die entlegensten Horte der Gespanne wurden aufgestoebert, verraten durch den Fuersten.
Da eine blutfarbene Morgenroete den Frevel enthuellte, zuernte Oriax. Nur drei mal fuenf Drachendienern war es gelungen, drei Dracheneier aus dem Gelege zu retten und sich auf den hoechsten Gipfel Drachensteins, der Drachenklaue, zu fluechten. Und die Klaue schloss sich schuetzend um die fuenfzehn Orks und ihr kostbares Gepaeck, berichtet die Legende. Dann begann es Feuer zu regnen. Die ausgedehnten Waelder des Fuerstentums brannten wie Zunder und Drachenstein verging in einem sieben Tage waehrenden Flammensturm, dessen lodernden Schein man noch in Vinland sehen konnte, so sagt man.